Die Welle zwischen den Ohren

Das Stück "ear movement" ist nicht nur eine Analogie zur "eye movement desensitization and reprocessing", sondern auch ein Übungsstück, das vor allem für Leute gedacht ist, die auf einer Seite  ein Cochlea-Implantat oder eine Soundbridge haben. Es geht darum, eine Welle zwischen den Ohren zu schaffen, die man bei entsprechendem Vorstellungsvermögen mit geschlossenen Augen auch sehen kann. Der Grund, warum hier Klänge wiederholt und gespiegelt werden, ist die Idee, der jeweils schwachen Seite (also jene, die vielleicht erst seit kurzem mit einem Implantat versorgt wurde), das Hörvermögen der gesunden oder weniger beeinträchtigten Seite anzubieten, als akustische Referenz, als  Klangmuster und Orientierung. Als Übung zum strukturalen Richtungshören funktioniert sie mit Kopfhörer oder einem Nackenlautsprecher am besten. Und dort, wo der Soundprozessor sitzt, muss auch die Ohrmuschel des Kopfhörers hin, also nicht auf das taube Ohr...

Instrumente hören mit CI - Kalimba

Die Grundidee bei dieser Komposition war eine einfache Melodie mit mäßiger Dynamik mit verschiedenen Instrumenten zu Gehör zu bringen, um die Klangfarbendifferenzierung mit einem Cochlea-Implantat einzuüben. Um die Orientierung zu erleichtern werden die Instrumente jeweils angesagt.

c5-Noiser bei Tinnitus und c5-Senke

Eine c5-Senke im Tonaudiogramm (ein charakteristischer Hörabfall im Bereich um 4000 Hz) geht häufig mit subjektiven Ohrgeräuschen einher. Der gezielte Einsatz eines c5-Noisers dient dazu, das Gehör mit einem sanften, frequenzangepassten Rauschsignal zu versorgen. Dieses akustische Signal lenkt die neuronale Aufmerksamkeit sanft vom Tinnitus ab, unterstützt das Hörsystem bei der Reizverarbeitung und entlastet so den Höralltag spürbar. Nun ja, reines Rauschen war mir zu langweilig, deshalb habe ich ein Stück komponiert, in dem sich viele Töne rund um die c5-Senke herum bewegen. Es sollte nicht zu laut abgespielt werden, eher Hintergrund sein, um die Tinnitus-Habituation zu unterstützen.