
Metakognitive Intensivtherapie
Metakognitive Intensivtherapie ist ein neues Konzept für akute Krisensituationen.
Die Kognitive Therapie hat eine lange Geschichte. Sie wirkt deshalb, weil psychische Gesundheit sehr viel mit unserem Denken zu tun. Umdenken ist also das Ziel, wenn man die neueren Entwicklungen der Akzeptanz- und Commitment-Therapie dazu nimmt, ist es vielleicht sogar leichter, sich von Vorstellungen zu lösen, die sich als nicht hilfreich erwiesen haben. Aber herauszufinden, „wo es hängt“… das ist nicht einfach. Metakognitive Intensivtherapie geht deshalb eine Abstraktionseben höher: es geht um das Denken über das Denken. Die Gestaltung konstruktiver Prozesse, vor allem dann, wenn sich das Denken im Kreise dreht und jemand für sich den Eindruck bekommen hat: „ich komme so nicht weiter“.
Nachdenken wird konstruktiv, wenn…
…mir etwas klar wird
…Wege sichtbar werden, ein Gefühl zu regulieren, auszudrücken oder loszuwerden
…ein Problem einer Lösung näher gebracht wird
…Entlastung und Bewältigung möglich wird.
Eine kurze Geschichte dazu: im Vorstand eines Vereins gab es Ärger. Stundenlang wurde hin- und herdiskutiert, die Leute konnten sich einfach nicht einig werden. Es schien kompliziert und unmöglich zu lösen. Meine Frage war: „Ist es überhaupt wichtig, dass der Vorstand sich in dieser Frage einig wird?“. Kurzes Nachdenken. „Nein“, sagte dann einer. Aha!
Es macht Sinn, über wirklich wichtige Dinge nachzudenken.
Dann aber auch möglichst so, dass auch etwas dabei herauskommt. Darum geht es.
Tinnitus
Tinnitus ist sehr häufig mit einer Hörbeeinträchtigung verbunden. Manchmal wird diese Beeinträchtigung in einem klassischen Audiogramm nicht sichtbar - der Hörverlust kann auch oberhalb von 8000 Hz liegen. Hörakustik ist wichtig und sinnvoll. Hörgeräte können helfen. Mir geht es vor allem um die Bewältigung von Tinnitus, um Strategien, die die Selbstwirksamkeit im Umgang mit Tinnitus erhöhen. Also: im Alltag damit zurechtkommen.
Tinnitus-Audio-Kurztherapie (TAKT) ist eine Methode, die neben der allgemeinen Tinnitusberatung nach Möglichkeiten sucht, Tinnitus zu überdecken und durch Entspannung eine Gewöhnung (Habituation) zu erreichen.
Schmerz bewältigen
Chronische Schmerzen können das Leben unerträglich machen. Die meisten denken dabei an die körperlichen Ursachen, aber chronische Schmerzen haben nicht nur ein medizinisches Problem, psychische und soziale Aspekte spielen ebenfalls eine Rolle. Irgendwann lassen sich Medikamente nicht mehr beliebig lange und beliebig hoch dosiert verordnen. Spätestens dann, wenn der Spruch kommt "da kann doch gar nichts weh tun", ist klar, dass die Medizin ratlos wird, wenn die Veränderungen im Gehirn auf einer anderen Ebene bearbeitet werden müssen.
Seit der Corona-Epidemie gehe ich übrigens von einem biopsychosozialökologischen Schmerzmodell aus, denn auch Umweltfaktoren können bei chronischen Schmerzen eine Rolle spielen. Schmerzbewältigung beseitigt nicht die körperlichen Ursachen, hilft aber, im Alltag besser zurechtzukommen und kann durchaus zur Reduktion von Schmerzen führen. Achtsamkeit und Entspannung sind wichtig - es gilt, Strategien und Methoden zu entwickeln, die individuell und angepasst sind.
Traumatisches Erleben
Es gibt verschiedene Ansätze in der Traumatherapie. Zu den bemerkenswerten Entwicklungen der letzten Jahrzehnte gehört EMDR - eine Methode, die mir vor 20 Jahren noch recht merkwürdig vorkam, inzwischen aber anerkannt ist. In wenigen Sitzungen können deutliche Fortschritte erkennbar sein, am Anfang steht jedoch die Stabilisierung. Durch EMDR (Eye Movement and Desensitization and Reprocessing) wird die festgefahrene Verarbeitung wieder in Gang gesetzt, beide Hirnhälften werden stimuliert. Seit 2019 ist die Wirksamkeit empirisch bestätigt (das "Mausmodell"). Nun steht aber nicht bei allen das dauernde Wiedererleben (Flashbacks) im Vordergrund, manchmal sind es auch belastende Gedanken, Grübeleien und Zweifel, die immer wieder hochkommen. "Hätte ich bloß, warum habe ich nur..." - Cognitive Processing mit schriftlichen Übungen zu den eigenen Denkprozessen kann sich daher als sehr nützlich erweisen. Eine Haltung finden, mit der es sich leben lässt... Gelegentlich sind auch Themen wie Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit von Bedeutung.
Audiotherapie und Kommunikationspädagogik
Hörbeeinträchtigungen bis hin zur Taubheit gehören nicht zum Standard in der Psychotherapie. Es liegt nahe, an Hörakustik, Hörgeräte und bei Bedarf an Implantate zu denken. Ein Cochlea-Implantat hört sich aber zunächst seltsam und ungewohnt an - Hörtraining ist notwendig, damit sich auch das Gehirn an ein Implantat gewöhnen kann. Aus sprechwissenschaftlicher Sicht ist das klassische Hörtraining nicht ausreichend. Über das akustische Hören hinaus muss es auch um semantisches, phonetisches und empathisches Hören gehen. Bis hin zum strukturalen Hören. Alltagspraktisch stellt sich die Frage, wie Verständigung gelingen kann. Gesprächsfähigkeit zu entwickeln bedeutet mehr als nur das akustische Hören zu betrachten. Zum Hörverstehen im Gespräch gehören dann auch Fragen, wie Alltagssituationen gestaltet werden können, wo es Sinn macht, auf Beeinträchtigungen hinzuweisen oder dafür Sorge zu tragen, dass wichtige Dinge nicht verloren gehen.
Ich verkaufe keine Hörgeräte und verfüge nicht über die technische Ausstattung, um ein Audiogramm anzufertigen. Mein Schwerpunkt ist das Hörerleben, die Entwicklung von Achtsamkeit beim Hören und die Frage, wie der Alltag bei Hörminderung oder Tinnitus gestaltet werden kann.